Was ist das „Märkische Modell“?

Das „Märkische Modell“ ist eine vom Landesamt für Umwelt Brandenburg (LfU) entwickelte Methodik, um Beeinträchtigungen des Landschaftsbildes durch Vorhaben – besonders bei Windenergieanlagen – nachvollziehbar zu bewerten und mit Kompensationsmaßnahmen zu verrechnen.
Es gehört zur Eingriffsregelung und soll die Frage beantworten, wie stark ein Projekt das Landschaftsbild verändert und wie dieser Eingriff ausgeglichen werden kann.

Wichtig ist dabei, dass nicht nur qualitativ geschätzt, sondern mit einer klaren Berechnungslogik gearbeitet wird.
Das Modell wird vor allem in Genehmigungsverfahren genutzt, um Realkompensation und, falls das nicht ausreicht, eine Ersatzzahlung abzuleiten.
Die Grundlage bilden raumbezogene Analysen, also etwa Sichtbarkeits- und Wirkungsanalysen mit Geodaten.

Dabei werden Vorhaben, Landschaftsstruktur und Sichtbeziehungen systematisch untersucht.
Aus dieser Analyse wird die anrechenbare Eingriffsfläche bzw. die betroffene Landschaftsbildwirkung bestimmt.
Anschließend werden mögliche Ausgleichs- oder Ersatzmaßnahmen nach ihrer Wirkung bewertet.
Die Kompensation wird also nicht pauschal, sondern bezogen auf die tatsächliche visuelle Wirkung des Eingriffs angesetzt.
Reicht eine Maßnahme zur vollständigen Kompensation nicht aus, bleibt eine Ersatzzahlung bestehen.

Die Berechnung folgt damit im Kern der Kette: Eingriff erfassen, Sichtwirkung bewerten, Kompensationswirkung anrechnen, Ersatzzahlung bestimmen.
Das Modell orientiert sich am brandenburgischen Vollzug und an den dortigen landesrechtlichen Vorgaben.
Es soll die Bewertung transparenter, vergleichbarer und rechtssicherer machen.

Kurz gesagt: Das „Märkische Modell“ ist ein Rechen- und Bewertungsrahmen, um Landschaftsbild-Eingriffe messbar zu machen und ihren Ausgleich fachlich zu begründen.

„Märkisches Modell“ beim Landesamt für Umwelt (LfU)